Der Regisseur

Über den Weblog-Verfasser

Absolute Ehrlichkeit ist weder die diplomatischste noch die sicherste Art der Kommunikation im Umgang mit emotionalen Lebewesen. (Interstellar)

Was Film betrifft, messe ich diesem Medium mehr bei als nur eine Unterhaltungsfunktion. Film ist kommunikativ, ein Dialogprozess zwischen Filmmacher und seinem Publikum. Film ist eine Form der Wiedergabe von Gedanken und Inspirationen seiner Urheber, die audiovisuelle Darstellung von Traumwelten, der Wunsch auf Charakterqualitäten, geschichtliche und heldenhafte Ereignisse oder politische und soziale Umstände aufmerksam zu machen. Ganz gleich, was den Regisseur zum Filmmachen antreibt – er kann damit vielmehr, als sein Publikum nur zu unterhalten. Er kann Botschaften auf einer Ebene senden, die andere Medien nicht erreichen.

Das, was ein Film fähig ist auszudrücken, bleibt dem Zuschauer nachhaltig im Gedächtnis – vorausgesetzt die Urheber beherrschen ihr Handwerk. Wenn Film seine Funktion erfüllt, hinterlässt das Werk eine Prägung beim Publikum, die fest mit seiner Botschaft verbunden ist. Film vermittelt neben seiner Botschaft eben auch ein Gefühl für das Geschehen. Und diese Stimmung, die Atmosphäre, die lange nach dem Anschauen noch spürbar ist, kann ein Film dem Zuschauer im Gegensatz zu anderen Formen der Informationsübertragung zeitgleich und konkreter nahebringen. Die Art der Vermittlung ist spezifisch, jeder nimmt audiovisuell das Gleiche wahr. Aber sie ist auch individuell erlebbar. Deshalb berühren den einen gefühlvolle Liebesromanzen, den anderen eher das blut- und gedärmspritzende Massaker eines Zombie-Splatters.

Ein Gefühl dafür entwickeln zu können, was hinter den nackten Tatsachen der Handlung steckt, ist die Stärke des Films. Sie eröffnet einem neue Standpunkte und Betrachtungsweisen, kann dahin führen, augenscheinlich Gegebenes zu hinterfragen, bisher unverständlich gewesene Charakterhandlungen verständlich machen, scheinbar Unrechtes rechtfertigen.

Die Auseinandersetzung mit den Gegebenheiten ist eine Qualität von Kunst und Film erfüllt diese Qualität nur zu gut. Hinzu kommen stilistische Mittel, die das faktisch auf der Bild- und Tonebene Dargestellte ergänzen und dem Geschehen Atmosphäre und einen eigenen Puls des Lebens einhauchen. Durch seine Vielschichtigkeit in der Informationsvermittlung – ob auf realitätsgetreuer oder inszenierter visueller Ebene, der Dialogebene, der Geräuschebene oder der von der Handlung ausgenommenen Ebene der Musik – ist Film das mächtigste Medium der Kunst, mit dem die Gesellschaft kommunizieren kann.

Mein Name ist Phil und die Kraft der Kunst ist, was mich begeistert.