Skript schreiben lernen von Denis Villeneuve

Viel beachtete, oftmals enttäuschende, teuer produzierte aber manchmal auch großartige Filme finden en masse ein großes Publikum in den Kinos der Welt. Was hinter dem Produktionsprozess eines Kinostreifens steht, ist mit der Vorstellung schwer zu erfassen. Natürlich ist einleuchtend, was alles für den Erfolg eines Kinofilms verantwortlich ist:

  • Herausragende Schauspielerleistungen
  • Authentische Animationen
  • Eine spannungsreiche Kameraarbeit
  • das für die vorherigen Punkte vorausgesetzte Budget

Am Prozessbeginn bei der Entstehung eines Kinofilms steht jedoch der wichtigste Faktor, welcher der Ausgangspunkt für eine sehenswerte Geschichte ist: es muss eine Handlung für ein gutes Drehbuch her. Was anschließend folgt, ist ein Skript schreiben zu müssen. Manchmal gehen aus dem Kinogeschehen Regisseure als Filmschaffende hervor, welche eine wesenseigene Qualität der von ihnen verwendeten Geschichten für ein gutes Drehbuch ausweisen. Um ein gutes Skript schreiben zu können oder einfach zu lernen, wie man gute Geschichten erfindet, ist es gewinnbringend, sich von den besagten Größen Anreize zu holen. Beispiele der Handlungsgrundlagen, die ein gutes Drehbuch ausmachen, zeigen die Denis Villeneuve Filme.

Denis Villeneuve-Filme – Geschichten für ein gutes Drehbuch

Der Bestand der Werke dieser noch jungen Hollywood-Größe Denis Villeneuve weist eine besondere Qualität aus, von der wir lernen sollten, um ein besseres Skript schreiben zu können.

  • Prisoners
  • Sicario
  • jüngst Arrival
  • und in naher Zukunft Blade Runner 2049

sind Beispiele für Denis Villeneuve Filme, die neben der Regiearbeit ein jeder erwähnenswert für ein gutes Drehbuch sind. Jedes der Skripts schafft es, den inneren Konflikt seiner Protagonisten im Verlauf der Geschichte so zu entfalten, dass sie zu einer erzählenswerten Story wird. Ist die Konfliktsituation, in der sich der Held befindet, nachvollziehbar, wird er zur Identifikationsfigur, womit die Handlung die Zuschauer für sich gewinnt. In Sicario sieht sich die FBI-Agentin Kate mit Vorgehensweisen ihrer Verbündeten in der Task-Force gegenüber Drogenkartellmitgliedern konfrontiert, wegen der sie aus Überzeugung gegen Verbrechen und Kriminalität kämpft. Ihre Kollegen setzen zur Zerschlagung der Drogenszene die Mittel ein, die Kate selbst an den Verbrechern als Unrecht erachtet.

In Arrival führt die Heldin Louise einen Konflikt mit sich selbst auf zwei Ebenen. Einerseits repräsentiert sie gegenüber der Außerirdischen ihre Spezies, welche die Landung der Aliens als provokativen Akt ansieht. Louise selbst hat dabei jedoch friedliche Absichten bei der Kommunikationsaufnahme. Andererseits wird sie vor die Herausforderung gestellt, die ihr gegebenen Fähigkeiten der Kommunikation mit den außerterrestrischen Wesen verstehen und damit leben zu lernen. Sie erlangt Einblick in das Schicksal, welches ihre Tochter Hannah und sie ereilen wird und entscheidet sich dennoch für eine Familie und die Liebe zu ihrer Tochter. Sie wendet Leid und Unglück nicht ab, sondern nimmt die Bürde auf sich.

In Prisoners werden ebenfalls Schicksalsschläge aufgegriffen. Was das filmische Werk damit offenbart, sind Ausmaße seelischer Unruhen und extremer Emotionen, welche selbst bei charakterfesten und bodenständigen Charakteren versteckte und abartige Wesenszüge hervorkehren. Das Publikum sieht sich so mit der Frage konfrontiert, in welchem Maße ein Mensch – oder auch man selbst – im Stande wäre, das eigene Temperament zu kontrollieren und die eigenen Werte zu wahren, wenn er sich mit einer schwer anzunehmenden Heimsuchung konfrontiert sieht.

Die Erwartungen zu Denis Villeneuves Blade Runner

Auch die Handlung von Ridley Scotts Blade Runner setzt sich mit Persönlichkeit und Identität seiner Hauptfiguren auseinander und wagt sich an die Königsdisziplin innerhalb der Science-Fiction heran: die Frage nach dem Menschsein und danach, was die Menschheit ausmacht. Blade Runner ist eine Abhandlung über die Moralität hinter der durch die Menschen gegebenen Bestimmung, wofür Replikanten geschaffen sind und ob und wie lange sie leben dürfen. Blade Runner fragt nach dem Wert von (künstlich geschaffenem) Leben und Lebewesen und verweist folglich auf die Rolle der Emotionalität und des Einfühlungsvermögens für das Menschsein.

Die Denise Villeneuve Filme und der Science-Fiction Klassiker Blade Runner aus dem Jahr 1982 weisen also Parallelen in ihren Grundstrukturen der Handlungen auf. Somit referenzieren sowohl Denis Villeneuve als auch Ridley Scott das Menschsein. Die zentralen Elemente sind jeweils die seelischen Spannungen, die Auseinandersetzung mit dem eigenen Empfinden und das Empathievermögen der Charaktere. Dies sind die Merkmale für ein gutes Drehbuch, die bei der Modellierung von Handlungsträgern aufgegriffen werden sollten, um selbst ein gutes Skript schreiben zu können.

Jedoch weisen die Eigenheiten der Denis Villeneuve Filme auch einen erheblichen Unterschied zum Kult-Werk der 80er auf. Es besteht ein Kontrast der gefühlskalten Charaktere in Blade Runner zu der Emotionalität und Auseinandersetzung mit den eigenen Gefühlszuständen von Villeneuves Charakteren.

Allerdings findet sich auch eine weitere Analogie zwischen dem Portfolio der Denis Villeneuve Filme und Blade Runner: Es lässt sich eine Verbindung zwischen der düsteren Ausarbeitung, der Film-Noir-Spezifik des Science-Fiction-Epos und den düsteren Konfliktsituationen oder Seelenabgründen ziehen, in welche die Denis Villeneuve Filme dem Publikum Einblick gewähren.

Insofern dürfen Fans von Blade Runner und der Werke von Villeneuve gleichermaßen darauf hoffen, dass mit Blade Runner 2049 am 05. Oktober 2017 ein Kinofilm in die deutschen Lichtspielhäuser gelangt, von dem man etwas über die Geschichte für ein gutes Drehbuch und die dazu vorausgesetzten Qualitäten der handelnden Charaktere lernen kann. Die Errungenschaft Villeneuves wäre damit einhergehend ein weiterer Film, der die nötigen Kernelemente offenbart, um ein erzählenswertes Skript schreiben zu können.

Skript schreiben – Was Denis Villeneuve uns zeigt

Die Qualitäten, die Denis Villeneuve Filme als Gemeinsamkeit ausweisen, sind charaktereigen für die von ihm verfilmten Stories. Er vermittelt über die Bildsprache des Mediums die komplexe Sprache stark emotionaler und konfliktreicher innerer Befindlichkeiten. Somit verweist er in seinen Werken mit der Darstellung der offenbarten inneren Auseinandersetzungen der Charaktere auf die Menschlichkeit, die Wesenszüge der Psychologie und die Emotionalität der menschlichen Spezies.

Die Auseinandersetzung mit dem menscheigenen Empathievermögen ist die Aufgabe eines Drehbuchautors und jedes Geschichtenerzählers, der ein fesselndes Skript schreiben will. Die Geschichte für ein gutes Drehbuch ist stets die Abhandlung über eine Heldenfigur, welche durch innere Spannungen ihrer Emotionen oder ihres Gewissens zu Handlungen getrieben wird. Ein bewegender innerer Konflikt ist der Schlüssel zur Charakterentwicklung einer Figur, welche ihre Geschichte unverkennbar und einmalig macht.

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